https://de.wikipedia.org/wiki/Krampus

Perchten sind im alpenländischen Brauchtum vorkommende Gestalten, die vor allem im Dezember und Januar auftreten. Ihr Name leitet sich vermutlich von der Sagengestalt der Perchta ab. Eine andere Theorie zur Namensgebung geht davon aus, dass sich der Begriff von Epiphanias, dem Dreikönigsfest am 6. Januar, ableitet.

Die Perchten verkörpern allgemein zwei Gruppen, die „guten“ Schönperchten, und die „bösen“ Schiechperchten (obdt. schiech, ausgesprochen schiach, betont auf i: hässlich, schlimm, böse). Wichtiges Utensil der Perchten ist die Glocke, mit der nach populärer Deutung der Winter – bzw. die bösen Geister des Winters – ausgetrieben werden soll (Winteraustreiben, bzw. Austreiben des alten Jahres). Der Besuch von Perchten wird bisweilen im Volksmund als glücksbringendes Omen hochgehalten. Inwieweit das Perchtenlaufen wirklich auf heidnische Bräuche zurückgeht, ist umstritten.

 

Lärmende Umzüge mit Masken dämonischer Weiber, heidnischer Göttinnen sowie wilder und zahmer Tiere werden, gemeinsam mit anderen Sitten und Gebräuchen, zu den Kaiendenfeiern(römische-germanische Neujahrs- und Weihnachtsfeste) schon um 500 n. Chr. von Caesarius von Arles beschrieben.[1][2] So wird die Percht auch mit der Wilden Jagd in Verbindung gebracht.[3] Die Bezeichnung Percht entwickelt sich jedoch erst später heraus. Im 11. Jahrhundert wurde in denMondsseer Glossen die Bezeichnung Giperchtennacht erwähnt, die von Johann Andreas Schmeller und Jacob Grimm als Übersetzung des griechischen Wortes Epiphanie (althochdeutsch strahlend) interpretiert wird.[1]

Mit der fortschreitenden Christianisierung im Alpenraum zu Beginn des Mittelalters wurde die Percht dann zunehmend als Gestalt der Domina Perchta oder auch Frau Welt mit den sieben Hauptlaster in Verbindung gebracht. 1729 bringt Christian Gottlob Haltaus den Prechtag mit einer Göttin Precha in Zusammenhang.[1]

Eine Renaissance erlebten die Perchtenkulte erst wieder mit der Säkularisation und einer sich ändernden Einstellung zur Volkskultur im 19. Jahrhundert, und dann noch einmal gegen Ende des 20. Jahrhunderts.

Perchten treten in den Rauhnächten zwischen Weihnachten und Neujahr auf um die Ernährungs-, Sauberkeits- und Arbeitsvorschriften für diese Tage zu überwachen. Während die Schiachperchten oft in großer Zahl und mit großem Gefolge in der Nacht auftreten, erscheinen die Schönperchten am Tage und wünschen den Dorfbewohnern Glück und Segen.[4]

 

Perchtenlaufen heutzutage

Bis heute finden sich in vielen Orten in Süddeutschland und in Österreich die Perchtenläufe in der Nachweihnachtszeit (den Rauhnächten von Heiligabend bis Dreikönigstag, traditionellerweise haben Perchten auch nur in dieser Zeit etwas mit Brauchtum zu tun).

Das Perchtenlaufen vermischt sich mit einem anderen Brauch der Alpenregion, dem Krampuslaufen.Sinnentfremdet finden sich Perchtenkostüme auch bei verschiedenen Faschingsumzügen, seit neuestem auch zu Halloween. Viele dieser Perchtaufführungen sind aber eher als touristische Attraktion, denn als lebendiges Brauchtum zu bewerten, insbesondere in der Zeit um den 5. Dezember (Krampustag, eigentlich nicht der Zeitpunkt für Perchten, sondern nur für Krampusse). Es finden sich aber eigenständige perchtenartige Figuren auch im tradierten Brauchtum um den Nikolaus (wie beispielsweise Buttnmandln des Berchtesgadener Lands, Iffele beim KüssnachterKlausjagen oder die Hallwiler Chlausen).

 

Der Percht

Perchten sind weibliche Masken- und Sagengestalten, die während den

Rauhnächten (um den 5.1.) in Erscheinung treten.

Es gibt verschiedene Arten von Perchten z.B. Schönperchten,

die prachtvoll mit Schmuck und Spiegeln verziert sind 

und dann noch die Schiachperchten,

die oft mit dem Krampus verwechselt werden.

Sie allerdings tragen Masken mit vielen Hörnern.

Es gibt eine Vielfalt von großen, jährlich wechselnden Perchtenumzügen. 

 

Der Schönpercht

Schönperchten sind das Gegenstück der Schiachperchten,

wobei es durchaus möglich ist dass beide gleichzeitig auftauchen. 

Schönperchten ist ein Oberbegriff,- Zu den Schönperchten zählen 

die Spiegelperchten und die Tresterer, Glöckler usw.

Die Perchten sind sehr vielseitig an Aussehen und Bedeutung.

Schönperchten sind meist prachtvoll mit Schmuck und Spiegeln verziert.

Der Tanz der Schönperchten verheißt für die Bauernfamilien reichen 

Erntesegen, Fruchtbarkeit, Glück und Gesundheit. 

Bevor die Perchten zum nächsten Hof weiterlaufen, werden sie von den Familien zur Jause eingeladen. 

Dann verschwinden sie wieder im Dunkel der kalten Winternacht.

 

Der Schiachpercht

Die furchterregenden Kreaturen mit Zottelpelzen und geschnitzten 

Holzmasken werden nicht nur von Kindern gefürchtet.

Die Perchten-Tradition hat sich in manchen Regionen Österreichs und Bayerns sehr stark entwickelt.

In der Steiermark etwa gibt es zahlreiche Perchten-Gruppen, die in den Rauhnächten 

(vom 21. Dezember bis zum 6. Januar) ihr Unwesen treiben. 

Schiachperchten, die oft mit dem Krampus verwechselt werden, tragen Masken mit mehreren Hörnerpaaren.

Auch die Schiachperchten sind sehr vielfältig.

Schiachperchten sind das Gegenstück zu den Schönperchten. Sie verkörpern das Böse und ungebändigte.

 

Der Nikolaus

St. Nikolaus ist der Heilige des 6. Dezember.

Er war um die Wende des 4. Jhd. Bischof von Myra (heute an der türkischen Mittelmeerküste).

Seit 1555 ist Nikolaus als Gabenbringer der Kinder belegt.

Er beschenkte damals mit Nüssen, Kletzenbrot und Dörrobst, manchmal auch Bekleidung oder andere nützliche Dinge.

Ab dem 17. Jhd. grassiert der Brauch, dass der Nikolaus mit einem Begleiter (später der Krampus)

die Kinder beschenkte oder auch schon mal wegen ihres unchristlichen Tuns tadelte.

Ab dem 19. Jhd. wird der Nikolaus immer mehr verweltlicht. Nicht zuletzt auch von den Medien.

 

Brauchtum

KRAMPUSBRAUCHTUM

PASS

Der Name „Pass“ kommt von zusammenpassen, eine Gruppe hält und passt zusammen! Daher kommt auch die Anrede mit „die Pass“ und nicht wie viele meinen „der Pass“.

Der Krampus

Bedeutet dem Wort nach vertrocknet oder verdorrt. Er ist entgegen der landläufigen Meinung nicht die Figur, die strafen soll. 

Im Gegenteil, er ist der Helfer gegen sämtliches Böse. Er wurde geschaffen, um alle Wintergeister von den Gehöften, oder Häusern fern zu halten. Diesen Sinn zeigt er in seinem Aussehen. Die Krampusmaske muß menschliche Züge zeigen, denn dadurch zeigt er, dass er vom Menschen geschaffen wurde und zu ihm gehört.

Die Rute ist nicht nur zur Bestrafung und Schmerz gedacht, sie soll sondern Glück und Fruchtbarkeit für das kommende Jahr bringen. Er wird weiters mit Glocken ausgestattet um eben diese gefährlichen Geister, und das Böse durch seinen Lärm in den Rauhnächten vertreiben zu können!

Der Krampuss(Bei uns auch Klaus /en o. Knecht Ruprecht genannt)ist auch der schaurige begleiter des St. Nikolaus der die bösen und unartigen Kinder erschrecken und mit der Rute, ihr unartiges Verhalten im ganzen Jahr bestrafen soll. 

PERCHTENBRAUCHTUM

Der Name:

Das Perchtenbrauchtum ist hauptsächlich im Alpenraum verbreitet. Das Wort Percht kommt von der weiblichen Gestalt, der so genannten Frau Bercht, Bercha oder Burgit. Man erzählt sich, dass sie bereits in der Antike in den Raunächten von den Bergen herab in die Täler stieg und dort für Recht und Ordnung sorgte. Sie übte soziale Kontrolle aus, achtete auf Ordnung und strafte Übeltäter.

Die Entstehung:

Die Entstehung des Perchtenbrauchtums liegt bereits in der Antike. Von dieser Zeit gibt es jedoch leider wenige Aufzeichnungen. Die ersten Brauchtumsritualien wie wir sie kennen reichen bis in die mythisch- heidnische Vorzeit zurück. Damals liefen Bauernburschen mit Tierfellen bekleidet und dunklen Lederfetzen im Gesicht durch den Ort und versuchten so das Böse bzw. die Wintergeister aus dem Ort zu vertreiben und die Natur aus Ihrem Winterschlaf zu erwecken. Damals nannte man diesen Brauchtum „die Frau Berchta mit Ihren Begleitern“ (=ungetaufte Kinder).

Im Mittelalter sahen die Menschen unter dem Glaubenseinfluss der Kirche plötzlich in der „Berchta“ eine Allegorie der Sünde (Prunksucht). Ab dem 16.Jhd. wurde der Name auf die begleitenden Teufelsgestalten, die sog. Perchten übertragen.

Im 17. und 18.Jhd. versuchte die Kirche dieses Brauchtum zu unterbinden und verbot es. Im 19.Jhd. änderte sich die Einstellung zum Perchtenlauf in der Bevölkerung (er war nie ganz ausgestorben) und wurde zum Schaubrauch in unserer Umgebung. Heute erscheinen die Perchten je nach Region verschieden einzeln oder in verschieden großen Gruppen im Umkreis von drei bestimmten Winterabenden und –Nächten, den sog. „rauen Nächten“: In der Nacht vor Nikolaus (5. Dezember), zu Wintersonnwend (22. Dezember) und vor Dreikönig (6. Januar).